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Forscher entschlüsseln erstmals Genom eines Mannes aus Pompeji

27.05.2022 • 16:34

Das Vulkan-Unglück von Pompeji bringt die Wissenschaft bis heute zum Staunen. So konnten Forscher:innen nun erstmals große Teile des Erbguts eines Menschen sequenzieren, der vor rund 2.000 Jahren gelebt hat. Wie etwa 2.000 weitere Menschen kam er bei dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 um's Leben.

Das Vulkan-Unglück von Pompeji bringt die Wissenschaft bis heute zum Staunen. So konnten Forscher:innen nun erstmals große Teile des Erbguts eines Menschen sequenzieren, der vor rund 2.000 Jahren gelebt hat. Wie etwa 2.000 weitere Menschen kam er bei dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 um's Leben.

Das Besondere an dem auch "Individuum A" genannten Toten: Er besitzt außergewöhnlich gut erhaltene DNA.

Tatsächlich reichte diese aus, um 41 Prozent des Genoms des 35 bis 40 Jahre alten Mannes zu rekonstruieren.

Darüber konnten die Wissenschaftler:innen der Tor Vergata Universität in Rom nicht nur seine mutmaßliche Herkunft herausfinden, sondern auch Details über seine Krankengeschichte in Erfahrung bringen.

Demnach soll Individuum A von Sardinien stammen. Seine Vorfahren seien vermutlich über den heutigen Iran und Anatolien nach Europa gekommen.

"Die genomweiten Analysen weisen darauf hin, dass das pompejanische Individuum A genetisch den noch vorhandenen Mittelmeervölkern, hauptsächlich Mittelitalienern und Sarden, nahesteht", schreiben die Forscher:innen in ihrer Studie, die sie auf "nature.com" veröffentlichten.

Anhand seiner anatomischen Eigenschaften konnte sie zudem feststellen, dass der Mann wahrscheinlich an Tuberkulose der Wirbelsäule litt.

Neben Individuum A fand das Team auch eine Frau, genannt Individuum B, die jedoch zu wenig gut erhaltene DNA besaß, um sie auf die gleiche Weise zu untersuchen.