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Diplomatischer Olympia-Boykott der USA: Das denken deutsche Sportler & Politiker

08.12.2021 • 13:57

Nachdem die USA, Neuseeland und Australien einen diplomatischen Boykott der Olympischen Spiele verkündet hatten, fordert eine FDP-Politikerin einen gänzlichen Boykott.

Australien, Neuseeland und die USA senden keine Regierungsvertreter zu den Olympischen Spielen nach Peking. Die Regierung Chinas reagierte mit Unverständnis auf den diplomatischen Boykott. Den USA hatte China sogar gedroht und gesagt, die Staaten würden "den Preis für ihr Fehlverhalten zahlen", berichtet der Sportinformationsdienst (SID).

Die Lage ist also angespannt. Der FDP-Bundestagsabgeordneten Nicola Beer reicht das aber noch nicht – sie fordert einen Komplett-Boykott der Winterspiele im Februar. Gegenüber der Funke-Mediengruppe betonte sie, sie wünsche sich, dass Deutschland nicht nur im Schatten der USA bliebe. Viel mehr soll Deutschland "sich selbst für die Einhaltung von Menschenrechten auf die Hinterbeine stellen und sich für einen gänzlichen Boykott der Winterspiele aussprechen.", meint sie. 

Der Vorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbunds sieht einen Boykott als keine Option, das sei "unfair gegenüber den Athleten, die sich jetzt so lange vorbereitet haben." Auch Sportler:innen sehen die Spiele kritisch. Der ehemalige Biathlet Simon Schempp beispielsweise meint, mit der Vergabe der Spiele nach Peking setzte sich der Negativtrend der Vergaben fort – auch China sei keine Wintersport-Nation, sagte er dem SID. Auch er ist aber, genau wie die Athletenvereinigung, gegen einen sportlichen Boykott der Spiele. Sie wünschen sich aber "klare Sicherheitsvorkehrungen (...), damit diejenigen, die sich äußern möchten, das auch tun können."