Seit 2010 gibt es das „Geschwister-Projekt“ Wingenfelder nun schon. Acht Jahre, in denen sie ihre Fans auf die Reise zu ihren wunderbaren Geschichten über das Leben und die Suche nach der Wahrheit zwischen den Dingen mitnehmen. Mit ihrem vierten Studioalbum legen die Brüder jetzt mehr als nur einen drauf: auf „Sieben Himmel hoch“ geht es in diesen besonderen Wingenfelder-Orbit. Hier umkreisen Wingenfelder sich in gewohnter Lässigkeit und lassen scheinbar mühelos so großartige Songs entstehen, dass da auf einmal 20 von ihnen sind – und von keinem will man sich mehr trennen. Aus diesem Grund haben Wingenfelder sich entschlossen, eine Limited Edition des Albums mit zusätzlicher EP herauszubringen, damit alle Songs auch Gehör finden. Denn genau darum geht es ja schließlich auch. Darum, dass wir alle eigentlich Riesen sind – Sieben Himmel hoch – würden wir uns nicht klein machen, uns ein- und beschränken, mit weniger zufriedengeben.

Das bisher offensivste Album macht keine Kompromisse. Persönlich wie noch nie, aber ohne die ewig gleichen Innenansichten. Hier geht es ums Außen, um Sichtweisen, die zwar der Alter entsprechen, aber auch den Zeigefinger anderen überlassen. „Die Themen sind ganz klar wir“, sagt Kai. Sie haben „die Schnauze voll von Belanglosigkeiten.“ Brot und Spiele sind aus, die Popthemen haben andere schon alle durch. Sie wollten ein Album mit Aussage machen, sich auf Themen konzentrieren, die ihnen am nächsten sind. Weit gestreut zwischen Sehnsucht nach Freiheit, Aufbruchsstimmung und dem wohligen Gefühl, endlich angekommen zu sein.

Auf diesem authentischen Album vereinen Wingenfelder Dub-Reggae, Dancetracks, leisere Töne und laute Vollgasgitarren. Es erklingen Cellos, Violinen und Posaunen, gleichzeitig findet sich viel Neues, Anderes und noch so viel mehr in und zwischen den Zeilen, detailverliebt arrangiert, mit dem nötigen Druck ausgestattet und trotz – oder gerade wegen? – der vielen überraschenden Momente und Wendungen immer mit einem Lächeln im Gesicht.

Wingenfelder