- Bildquelle: Telamo © Telamo

Marianne Rosenberg ist eine der erfolgreichsten und bekannteste Künstlerinnen des Landes. Egal ob im Schlager, oder im Pop – wohl jeder und jede ist schon mal einem Lied von ihr begegnet. Aufgewachsen in einer Berliner Künstlerfamilie, wurde Marianne Rosenberg mit 13 bei einem Nachwuchswettbewerb entdeckt. Bereits ihr Debütsingle „Mr. Paul McCartney“ traf den Zeitgeist, den sie in den Siebzigern mit ihren zeitlosen Hits wie keine andere Sängerin prägen sollte. Im Jahrzehnt darauf ging sie dann neue Wege, brach mit dem oberflächlichen Pop-Geschäft, arbeitete z.B. mit Extrabreit und Rio Reiser zusammen und avancierte zu einer frühen Ikone der Schwulenbewegung. Musikalisch überzeugte die Berlinerin, die ihre Texte und viele ihrer Songs seit Jahrzehnten selbst schreibt, auch in ganz anderen Genres und Formaten (z.B. auf Englisch oder mit Chansons und Jazz-Songs) und war parallel zu ihren vielen Hit-Veröffentlichungen auch als Moderatorin, Synchronsprecherin und Buchautorin erfolgreich. Ihr im März 2020 veröffentlichtes Studioalbum „Im Namen der Liebe“ bescherte ihr pünktlich zum 50. Bühnenjubiläum Platz #1 in den Offiziellen Deutschen Albumcharts.

Aber auch große Frauen wie Marianne Rosenberg, die Vorbild und Inspiration sind, haben ihre eigenen Idole. Und bei Rosenberg waren das „Diven“ wie Diana Ross, Gloria Gaynor und Grace Jones. Sie waren auf den Postern in ihrem Jugendzimmer zu sehen, sie waren und sind der Soundtrack für zahllose Partys. Marianne Rosenberg hat diese Lieder aber nicht nur gecovert, sondern auch in ihre Muttersprache überführt. So wird aus Thelma Houstons „Don’t Leave Me This Way“, mit dem die junge Disco-Queen aus Mississippi Anfang 1977 ihren größten Hit landete, das wundervolle „So kannst du nicht gehen“. Gloria Gaynors „Never Can Say Goodbye“ wird zu „Bitte sag nicht Goodbye“. Beide Singles haben dabei einen erstaunlichen Effekt: Einerseits klingen sie fast wie ein Rosenberg-Original, andererseits atmen sie auch auf Deutsch noch die Partyfreude, aber auch die Melancholie, die viele dieser frühen Disco-Hits durchzog. Auch die queere Szene, in der Marianne Rosenberg sehr verehrt wird, dürfte sich über das neue Album „DIVA“ freuen, das noch in diesem Sommer kommen soll: Denn auch für die Schwulen- und Lesbenbewegung waren diese Songs immens wichtig – Disco war der kulturelle Befreiungsschlag einer Clubszene, die schon viel weiter in Sachen freier und gleichgeschlechtlicher Liebe war.

Das offizielle Video