Eins, Zwei, Drei (Blu-ray Disc) - Bildquelle: Koch FilmsEins, Zwei, Drei (Blu-ray Disc) © Koch Films

INHALT

Stress für C.R. MacNamara (James Cagney), seines Zeichens Vertriebs-Direktor von Coca-Cola in West-Berlin: Anstatt sich um die Geschäfts-Expansion in den Osten und seine hübsche Sekretärin Ingeborg (Liselotte Pulver) kümmern zu können, muss er den Aufpasser spielen für Scarlett, die junge und äußerst abenteuerlustige Tochter des Coca-Cola-Vorstandsvorsitzenden aus dem fernen Atlanta. Nicht nur ist die wilde Scarlett völlig überraschend zu Besuch nach Berlin gekommen, sie hat auch gleich Otto Ludwig Piffl (Horst Buchholz) abgeschleppt, einen jungen Mann aus der "Ostzone". Und just als sich herausstellt, dass Scarlett den überzeugten Kommunisten Piffl nicht nur heimlich geheiratet hat, sondern auch ein Kind von ihm erwartet, kündigen Scarletts Eltern ihren Besuch in Berlin an ...

KRITIK ZU "EINS, ZWEI, DREI"

Schnelle Komödien waren eine Spezialität des Regisseurs Billy Wilder. Und "Eins, Zwei Drei", das signalisiert schon der Titel, ist eine der atemlosesten Komödien des Regisseurs. 13 Jahre nach "Eine auswärtige Affäre" kehrte die Hollywood-Legende Wilder damit zum zweiten Mal nach Berlin zurück, wo Anfang der 30er Jahre seine Filmkarriere begonnen hatte. Allerdings kam der Bau der Berliner Mauer im August 1961 den Dreharbeiten in Ost- und Westberlin in die Quere, weshalb man kurzfristig in die Bavaria-Studios nach München umzog. Dort wurde der Film mit einem nachgebauten Brandenburger Tor fertig gedreht.

Beim deutschen Kino-Publikum fiel der Film allerdings dann durch - dem verging das Lachen nicht nur wegen der politisch angespannten Lage in Berlin, sondern auch wegen der Witze über die Nazivergangenheit einiger Filmfiguren. Erst in den 1980er Jahren wurde "Eins, Zwei, Drei" in Deutschland als einer der wichtigsten und witzigsten Filme über Berlin und den Kalten Krieg wiederentdeckt.

TECHNIK UND AUSSTATTUNG DER BLU-RAY DISC

Waren frühere DVD-Ausgaben grau und kontrastarm, so kann die neue Abtastung auf Blu-ray nicht nur mit besserer Auflösung, sondern auch mit wunderbar klaren Schwarz-Weiß-Bildern auftrumpfen. Auch die (selbstverständlich untertitelbare) englische Tonspur lässt wenig zu wünschen übrig - hier rauscht nichts und die deutsch-englischen Dialoge sind absolut klar zu verstehen. Von der Synchronfassung lässt der anspruchsvolle Filmfan hingegen tunlichst die Finger: Sie fällt nicht nur ein ganzes Stück blecherner aus als die Originalfassung, der Film verliert durch die Eindeutschung auch einen Großteil seines sprachlichen Reizes.

Etwas kurios beginnt das ausführlichste Extra der Disc, ein gut 100-minütiges Gespräch zwischen Hellmuth Karasek und Billy Wilder im Rahmen einer Veranstaltung, die sich "Berliner Lektionen" nannte und 1987 stattfand: Es dauert eine geschlagene Viertelstunde, bis Wilder nach der ausführlich-enthusiastischen Vorstellung durch den Gastgeber erstmals selbst das Wort ergreifen kann. Dann aber entspinnt sich ein interessantes und anekdotenreiches Gespräch, dem man auch heute noch gern zuhört. Ein paar kurze Featurettes und Trailer komplettieren die Bonus-Sektion der Scheibe. 

KABEL EINS BEWERTUNG

Auch wenn der Blick des Wahl-Amerikaners Wilder auf die Berliner Ost-West-Realität alles andere als differenziert ausfällt: Das zugespitzte Spiel mit den Klischees des Kalten Krieges amüsiert immer noch dank seinem Tempo und der Spiellaune seiner Darsteller. Ein Klassiker in schöner technischer Überarbeitung. (kabeleins.de / map)

Heimkino-Facts

Anbieter: Koch Films
Erhältlich als: DVD, Blu-ray Disc
Veröffentlichung: 12. August 2021

Film Details

LandUSA
Länge109 Minuten
AltersfreigabeFSK ab 6 Jahren
Produktionsjahr1961