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Home > Doku + Reportage > Mein Revier > Interview Uwe Bahlmann

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"Ich fahre auch schon mal zu schnell"


Sein Revier sind "Die Straßen von Stade". "Mein Revier"-Kriminalhauptkommissar Uwe Bahlmann und seine Kollegen sorgen in der niedersächsischen Stadt und deren Umgebung für Ruhe und Ordnung. Mit kabeleins.de sprach Bahlmann über gefährliche Routine, kuriose Einsätze, modische Uniformen und darüber, warum selbst Polizisten nicht immer jeden einzelnen Buchstaben des Gesetzes befolgen können.

Herr Bahlmann, kann bzw. darf es für einen Polizisten überhaupt so etwas wie einen Berufsalltag geben oder vermittelt Routine eine trügerische, vielleicht sogar lebensgefährliche Sicherheit?
Es gibt ohne Zweifel Einsätze, da ist Routine nicht ganz ungefährlich. Aber es bleibt nicht aus, dass sich – wie in jedem anderen Job auch – bei bestimmten Aufgaben auch Routine einstellt, etwa wenn man an Verkehrskontrollen denkt. Einsätze, bei denen es vielleicht auch einmal körperlich zur Sache geht, werden im Anschluss aber diskutiert. Dabei kann es in der Tat dann vorkommen, dass man feststellt "beim nächsten Mal sollte ich in dieser Situation doch ein wenig besser aufpassen."

Wie oft kommt das vor?
Der größte Teil unserer Einsätze geht eher in Richtung Routine und dürfte bei mehr als 80 Prozent liegen.

Sie sind Familienvater, wie geht Ihre Familie mit Ihrem Job und mit etwa 20 Prozent Unsicherheit um, die übrig bleiben?
Die Kinder sind damit groß geworden, und meine Frau ist bei derselben Firma (lacht). Von daher ist der Umgang mit der Arbeit bei uns ein Selbstgänger: Ich muss meiner Frau also nicht groß und breit etwas erklären, wenn ich zum Dienst gehe.

© kabel eins
© kabel eins

Beinahe ebenso wichtig wie die Familie ist für einen Polizisten sein Partner/seine Partnerin; welchen Einfluss haben Sie darauf, mit wem Sie auf Streife gehen?
Ich bin in der glücklichen Lage, Dienst-Schichtleiter zu sein und kann mir das daher selbst aussuchen. Allerdings ist es dennoch nicht so, dass ich immer mit demselben Kollegen auf Streife fahren würde. Da ich die Leistungen aller Kollegen beurteilen muss, wechsele ich die Besatzungen der Streifenwagen immer wieder durch.

Stade und Buxtehude – das klingt für Außenstehende nach einem eher entspannten Polizisten-Dasein; täuscht der Eindruck und bereitet vielleicht gerade der Hafen Probleme?
Der Hafen an sich macht uns bisher kaum Probleme. Was uns allerdings – im Vergleich zu Großstädten – belastet, ist unsere Personalsituation. Wenn ein Einsatz z. B. einmal ein stärkeres Aufgebot an Kräften verlangt, dann wird es eng. Im Sommer haben wir in Stade z. B. bis zu 40 Einsätze pro Nacht, können aber nur auf vier Fahrzeug-Besatzungen zurückgreifen. Da kann es schon einmal eng werden.

Wenn Sie zurückschauen – was war bis dato Ihr kuriosester Einsatz?
Bahlmann: Es ist immer wieder so, dass man gerade nach kuriosen Einsätzen denkt "Mensch, das, was wir da gerade erlebt haben, das müsste man eigentlich mal notieren". Wenn man dann aber, wie jetzt, gefragt wird, ausgerechnet dann fällt einem natürlich nichts ein. Tatsache ist aber, dass man durchaus häufiger auch mal herzhaft lachen kann nach einem Einsatz.

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